Liebe Welpenbesitzer,

mit dem Ihnen anvertrauten Welpen, wird sich Ihr Alltag ändern. Er wird Ihnen Aufregung, Spannung und auch viel Liebe ins Haus bringen. Vor allem im ersten Lebensjahr wird Ihre Geduld, Ihr Herz und Ihr Geist gefordert. Alles was Sie von Ihrem Hund erwarten, müssen Sie ihm beibringen.
Ich möchte Ihnen noch ein paar Tips zum Umgang mit auf den Weg geben.
In der ersten Zeit sollten Sie den Welpen noch nicht allein lassen. Das muß erst gelernt werden. Das können Sie anfangen, mit kurz mal aus dem Zimmer gehen und die Zeit verlängern. Hilfreich ist auch ihm etwas zu knabbern dazulassen. So kann er das Alleinsein mit etwas Angenehmen verbinden. Sollte er Alarm machen, war die Zeit zu lang. In diesem Falle, erst hingehen, wenn der Welpe ruhig ist. Sonst lernt er, dass , wenn er schreit die Tür aufgeht.
Während der Welpenzeit bei den Geschwistern hat der Welpe vor allem sozialen Umgang gelernt. Ich habe darauf geachtet, dass unerwünschtes Verhalten, wie z. B. Springen und an Kleidung zerren nicht gefördert wurde. Dies ist ein ganz normales Verhalten von Welpen, dass nicht bestraft, sondern ignoriert werden sollte. Bestenfalls bieten Sie eine Alternative z.B. einen Zerrstrick an, an dem der Kleine zerren kann. Genauso verhält es sich mit dem Beknabbern von Dingen. Bringen Sie einfach einen Stock vom Spaziergang mit und der Kleine wird diesen lieber nehmen, als das Stuhlbein und dabei lernen, was er beknabbern darf und was nicht. Hunde lernen Verhalten, welches sich für sie belohnend auswirkt. Das Anspringen wird er nur beibehalten, wenn es sich für ihn lohnt. Auch negative Aufmerksamkeit kann belohnend für den Welpen sein. Belohnen Sie ihn, wenn er alle Viere auf der Erde stehen hat. Wenn der kleine Welpe doch mal etwas derber wird, quietschen Sie einfach mal wie ein Welpe. Er wird ablassen. Wenn er vor lauter Spieleifer nicht ablassen kann, knurren Sie auch mal oder korrigieren Sie ihn sanft mit einem nein. Seien Sie sanft aber bestimmt und konsequent. Da der Welpe nicht unsere Sprache spricht, versucht er durch Versuch und Irrtum herauszufinden, was er darf und was nicht. Deshalb werden manche Überschreitungen seitens des Welpen öfter wiederholt, um sicher zu sein, dass bestimmte Grenzen eingehalten werden müssen. Deshalb ist Konsequenz von höchster Wichtigkeit. Konsequenz heißt nicht Härte, sondern immer wieder die gleiche Antwort – sanft aber bestimmt. Damit werden Sie für den Hund berechenbar und Kommunikationsfehler lassen sich vermeiden. Ihnen werden sicher in der Welpenzeit viele Erziehungsratschläge gegeben, meist von anderen Hundebesitzern oder Hundetrainer. Nicht alle sind gut für Ihren Hund. Viele Hundeschulen wenden noch veraltete Trainingsmethoden an. Die Begründung, dass die Mutterhündin auch manchmal sehr rigide mit den Welpen umgeht stimmt, kann aber vom Menschen nicht nachgeahmt werden. Wir sind nicht in der Lage sofort die feinsten Signale und Körpersprache des Hundes zu erkennen. Wir sind auch nicht in der Lage die kleinen feinen Warnungen, die Hunde beherrschen (sollten) vorher zu senden, bevor dieser dann zurechtweist. Für den Hund, der plötzlich von uns auf den Rücken geworfen wird ist dies dann ein Angriff. Ein gut sozialisierter Hund greift nur an, wenn Überlegenheit nicht geklärt ist. Er erreicht sein Ziel bei Unterlegenen mit Drohungen. Bei einem Angriff teilen Sie dem Hund ihre Unsicherheit mit, die eine loyale Führung in Frage stellt. Bitte Bitte wenden Sie kein Schmerz in der Erziehung an, auch nicht sinnloses auf den Rückenwerfen, oder Rucken an der Leine. Das ist absolut unnötig und kontraproduktiv, es verwirrt den Hund, funktioniert vielleicht rein technisch, weil der Hund Unangenehmes meiden will, fördert aber auf keinen Fall das Vertrauen zu und den Respekt vor Ihnen. Fördert nur Misstrauen und Angst. Es gibt viel bessere Wege um zu lernen. Um eingefahrenen Meinungen, die damit zwar ein einfaches Erziehungskonzept anbieten entgegenzutreten, noch ein Hinweis: Es gibt nicht „die Rangordnung“. Es ist ein diffiziles soziales System unter Hunden. Auch die in der sozialen Ranordnung höchsten können sich in bestimmten Situationen rangniederen fügen. Außerdem gibt es eine soziale Rangordnung nur zwischen Geschlechtskonkurrenten. Womit der Mensch wohl ausgeschlossen werden dürfte. Auf der Suche nach einer Hundeschule, bitte ich Sie kritisch zu prüfen und vielleicht auch mit anderen zu vergleichen, ob das die Richtige für Ihren Hund ist. Die Hundeschule, die auf Halsband besteht, sollte nicht in Frage kommen. Ich empfehle Ihnen ein Geschirr. Die empfindlichste Stelle des Hundes, die Kehle, ist reserviert für des Hundes Feind und die Seiten des Halses dienen in der Hundekommunikation dem Schmusen. Ich denke der Hals ist nicht dazu geeignet, um über ihn Korrekturen des Hundes laufen zu lassen.
Zur Sauberkeit. Bei dem einen geht´s schneller, ein anderer braucht etwas länger. Ich hoffe nicht, dass Sie an die alte Methode, die erstaunlicherweise noch viele Hundebesitzer ausüben, glauben, den Hund mit der Nase in die „Schandtat“ zu stubsen.
Gehen Sie anfangs möglichst oft mit dem Welpen raus und loben Sie ihm nach dem Geschäft.
Deshalb ist Beobachtung des Welpen wichtig. Meist wird er kurz vorher unruhig oder schnüffelt rum oder dreht sich im Kreis. Das ist das Zeichen um mit ihm nach draußen zu gehen. Ist er gerade dabei anzusetzen, kann man ihn auch noch schnell nehmen um ihn den gewünschten Platz zu zeigen. Ist es passiert oder am passieren, hat man´s verpasst ihm etwas beizubringen und sollte auf die nächste Gelegenheit warten. Jetzt noch zu schimpfen bringt rein gar nichts. Den Zusammenhang wird er nicht begreifen.
Bei Hundebegegnungen ist es wichtig zu wissen, es gibt kein Welpenschutz. Den genießen sie nur von Mama, solange sie stillt. Rüden sind Welpen gegenüber meist tolerant. Bei Hündinnen sieht das schon etwas anders aus. Hündinnen, die fremde Welpen töten sind nicht sozialgestört. Hier ist anzuraten bei Hundebegegnungen wachsam sein und mit dem betreffenden Hundebesitzer reden. Dieser weiß meist wie sein Hund mit der Situation umgeht. Aus Erfahrung weiß ich, dass es bei den meisten Hunden, die es gewohnt sind fremde Hunde zu treffen, kein Problem ist. Und Umgang mit anderen Hunden, vor allem auch Welpen ist sehr wichtig für Ihren neuen Hund. Vor allem in der Junghundphase sollte darauf geachtet werden, dass der Hund keine schlechten Erfahrungen mit sozial- bzw. verhaltensgestörten Hunden macht, da er in dieser Phase dieses Verhalten für später übernehmen könnte. Ich möchte Ihnen damit keine Angst vor Hundebegegnungen machen, denn diese sind wichtig, auch kleine Auseinandersetzungen können vorkommen, solange sie ritualisiert sind. Gegen eine Zurechtweisung eines erfahrenen sozial sicheren Hund ist nichts einzuwenden. Im Gegenteil, das ist meist sogar förderlich in der Entwicklung. Da diese Hunde auch jagdlich motiviert sind, empfehle ich diese Neigung durch Antijagdtraining unter Kontrolle zu bekommen. Da sind Suchübungen oft hilfreich. Mehr Information darüber finden Sie in der unten angegebenen Literatur. Wie bei allen anderen Erziehungssachen gilt auch wieder, nicht die Triebe unterdrücken, sondern in richtige Bahnen lenken.
Es gibt kein Patentrezept für die Erziehung eines Hundes. Jeder Hund hat seine eigene Art, wie er angesprochen werden möchte. Bauen Sie eine Beziehung auf, die von freiwilliger Übereinstimmung geprägt ist und Sie werden ein wunderbares Geschenk erhalten! Es ist wie beim Tanzen. Finden Sie zusammen mit Ihrem Hund ihren eigenen Tanz!
Zum Schluß noch eine Aufforderung von Linda Tellington Jones:
„Lerne, ohne Ego auszubilden!“

Haben Sie Fragen bezüglich der Erziehung oder auch alles was den Welpen betrifft, bin ich gern jederzeit ihr Ansprechpartner.

Ich wünsche Ihnen viele freudige und liebevolle Jahre


Literaturhinweise

Suzanne Clothier: Es würde Knochen vom Himmel regnen ISBN 3-936188-15-7
Jean Donaldson: Hunde sind anders ISBN 3-440-08222-9
Gudrun Feltmann Welpentraining ISBN 3-440-08003-X
Sabine Winkler so lernt mein hund
Sabine Winkler Hundeerziehung
Ariane Ullrich Antijagdtraining bestellbar unter: http://www.mensch-hund-lernen.de


Interessante Internetseiten

http://www.animal-learn.de
http://www.gesundehunde.de
http://www.barfers.de

noch ein paar Hinweise:

Bewegung:
Niemals überfordern. Solange der Kleine im Wachstum ist könnte sich das negativ auf den Knochenbau auswirken. Auch hier gilt: Augen auf und erkennen wenn´s dem Kleinen zu viel wird. Ab ca. ½ Jahr kann man anfangen an das Fahrrad zu gewöhnen. Am besten erst das Fahrrad schieben und den Hund nebenherlaufen lassen. Die Treppen sollte der Hund getragen werden, solange er wächst.

Körperpflege:
Ein Hund braucht keine Seife. Er braucht auch nicht geduscht zu werden. Eigentlich nur im Sommer wenn es heiß ist um die Körpertemperatur zu senken oder bei Flohbefall (kann jedem Hund passieren) wenn man keine Chemikalien benutzen möchte. Der Hund betreibt selbst Körperpflege. Durch ständiges Duschen leidet nur der Schutzfilm auf der Haut und macht den Hund krankeitsanfälliger.

Gassigehen:
Immer mal schauen wie der Kot aussieht. Wenn der Stuhl mal ein bisschen dünn ist, ist das nicht gleich ein Drama, ist es ständig sollte man vielleicht das Fressen überprüfen bzw. zum Tierarzt. Je nach Futter kann der Stuhl unterschiedlich aussehen, das ist normal.
Anfangs empfiehlt es sich nach jedem Fressen, spielen und schlafen vor die Tür zu schauen